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Transeuropäisches Wissensnetzwerk gegründet



Transeuropäisches Wissensnetzwerk gegründet - Bergbaustädte aus Mitteldeutschland und Tschechien initiieren europaweiten Erfahrungsaustausch

(idw) Durch gemeinsame Anstrengungen in ganz Europa sollen die Chancen von Bergbaustädten im Strukturwandel am Ende des Bergbaus im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verbessert werden. Dazu zählen z. B. Maßnahmen des Wissens- und Erfahrungsaustausches bei der Sanierung und Entwicklung von Bergbaustädten und -regionen sowie der Aufbau einer zentralen Informations- und Dokumentationsstelle.

Alle interessierten Bergbaustädte, Institutionen sowie Forschungseinrichtungen werden aufgerufen, sich dem Netzwerk anzuschließen, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Initiiert haben dieses Netzwerk die Städte Chodov (Tschechien), Gräfenhainichen, Oelsnitz/Erzgebirge und Zwickau (Deutschland).

Viele Bergbaustädte haben vom Mittelalter bis in die heutige Zeit durch ihren Bergbau für wirt-schaftlichen Aufschwung und Wohlstand gesorgt. Der Preis dafür sind vielerorts großflächige Umweltschäden und wirtschaftliche Monostrukturen, heute beides große Hindernisse für einen nachhaltigen Strukturwandel. Davon betroffen sind zahlreiche Städte und Regionen Europas, in Mitteldeutschland z. B. Oelsnitz, Gräfenhainichen, Hartenstein, Johanngeorgenstadt, Lugau, Schlema, Schöneck, Zwickau.

"Wenn wir zusammenarbeiten, können wir unsere Probleme besser lösen" sagte Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann. Dazu sind Netzwerke notwendig. "In Netzwerken finden Lernprozesse statt, die den Beteiligten helfen, alte Probleme mit neuen Lösungswegen anzugehen. Das Netzwerk der mittel- und osteuropäischen Bergbaustädte ist hierfür eine geeignete Plattform", so Prof. Bernhard Müller, Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung aus Dresden. Die Gründungsveranstaltung fand am 29.10.04 auf der EUREGIA in den Hallen der Leipziger Messe statt.

Vorangegangen war die erste Konferenz des EU-geförderten INTERREG-III-B-Projektes READY. In dem Vorhaben haben sich 20 Bergbaustädte und -regionen aus Mittel- und Südosteuropa (Bulgarien, Deutschland, Italien, Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien), das Sächsische Innenministerium, zwei wissenschaftliche Institute und eine Entwicklungsgesellschaft zusammengeschlossen. Unter Leitung der Stadt Oelsnitz aus dem Erzgebirge werden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Strategien für einen erfolgreichen Strukturwandel entwickelt.

Die Stadt Oelsnitz konnte bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit Kooperationsprojekten sammeln. "Wir können etwas bewegen. Deshalb engagieren wir uns", sagte Hans-Ludwig Richter Bürgermeister Oelsnitz.

Verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes ist das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) in Dresden. Das Institut stellt die Dokumentation, Aufbereitung und Bewertung der Erfahrungen in den Städten sicher. Das IÖR hat umfassende Erfahrungen mit europäischen Netzwerken, u. a. koordiniert es bereits seit über 10 Jahren ein Netzwerk raumwissenschaftlicher Institute in Mittel- und Osteuropa.

Weitere Informationen:

Projektverantwortlicher:
Hans-Ludwig Richter, Bürgermeister
Stadtverwaltung Oelsnitz/Erzgeb.
Rathausplatz 1
09376 Oelsnitz/Erzgeb.
Telefon: 037298/38-0
Fax: 037298/38-33
www.oelsnitz-erzgeb.de

Fachlicher Ansprechpartner:
Dr. Peter Wirth
E-Mail: P.Wirth@ioer.de
Tel.: +49 / (0)351 / 46 79 232

Presse Ansprechpartner:
Dr. Carsten Kolbe-Weber
E-Mail: C.Kolbe@ioer.de
Tel.: +49 / (0)351 / 46 79 241
www.ioer.de

Sachgebiet: Architektur und Bauwesen, Geowissenschaften, Ökologie, Politik und Recht, Wirtschaft

von: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft


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