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Lehrer von über 5.000 StudierendenProf. Dr. Roland Eckert, Soziologe an der Universität Trier, wurde Ende September 2004 emeritiert. Am 3. November 2004 hält er seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Zur Verankerung universalistischer Orientierung durch Politik und Erziehung" um 16 Uhr c.t. (Gebäude C, Hörsaal 7). Dazu laden der Dekan des Fachbereiches IV, Prof. Dr. Wolfgang Gawronski, sowie der Sprecher des Faches Soziologie, Prof. Dr. Jost Reinecke, ein. Eckert, der sich als Soziologe in vielfältigen Bereichen mit Gruppenbildung, Gewalt und Konfliktregulierung beschäftigt hat, stellt seiner Abschiedsvorlesung eine Aussage des Philosophen Imanuel Kant voran: "Das größte Problem für die Menschengattung... ist die Erreichung einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gesellschaft." (idw) Im Rahmen der Veranstaltung werden Kollegen wie Prof. em. Dr. Dr. h.c. Friedhelm Neidhardt vom Wissenschaftszentrum Berlin, Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer vom Institut für Konflikt und Gewaltforschung der Universität Bielefeld und sein Schüler Privatdozent Dr. Helmut Willems von der Arbeitsgemeinschaft sozialwissenschaftliche Forschung und Weiterbildung an der Universität Trier e. V. "Vorbereitete Kommentare" halten. Der Schriftsteller, Liedermacher und Kabarettist, Christoph Stählin aus Hechingen, beteiligt sich mit einem literarischen Beitrag. Im Anschluss folgt ein Empfang im Gästeraum der Universität. Aus der Laudatio Seine Arbeit in Trier ist aber vor allem durch eine Hinwendung zur empirischen Forschung charakterisiert, die freilich nie den Kontakt zur Theorie verlor. Im Zentrum standen zunächst Untersuchungen zur innerfamilialen Dynamik, die mit Hilfe quantitativer Designs abgebildet werden sollte. Im Laufe der Zeit gewannen aber qualitative Studien ein immer größeres Gewicht für seine Arbeit. Thematisch stand dabei vor allem die Jugendforschung im Vordergrund. Die unterschiedlichen Jugendszenen wurden mit geradezu ethnographischer Akribie nachgezeichnet:. Viele der von ihm geleiteten Analysen lesen sich wie spannende Expeditionsberichte aus fremden Welten, obwohl dieses Reich der Exotik überall in unseren Städten und Dörfern sich abspielt. Da erfährt man etwas über die bunte Vielfalt der Musikszenen, aber auch über die unterschiedlichsten "Lebensstile" oder über gewaltaffine Gruppen. Ein besonderes Augenmerk Eckerts galt auch stets den verschiedenen Kulturen der Mediennutzung. In den letzten Jahren war sein Blick vor allem auf die Beobachtung der Jugendgewalt und ihrer medialen Widerspiegelung gerichtet. Dabei verallgemeinerte sich das Interesse zunehmend auf die Soziologie der Ausübung privater Gewalt in unserer Gesellschaft ganz generell. Es waren diese öffentlich viel beachteten Forschungen, die Eckert die Berufung in den überaus ehrenvollen "Rat der Weisen" für die Gewaltproblematik einbrachten. Eckerts Arbeiten haben stets den engen Bezug zur gesellschaftlichen Praxis gewahrt. Dabei gehörte auch die konkrete Beratung wirtschaftlicher und politischer Entscheidungsträger zu seinem Programm. So war er z. B. Mitautor des wichtigen Gewaltberichts der Bundesregierung. Dass Eckert all diese Forschungen nicht allein betreiben konnte, versteht sich von selbst. Vielmehr hat er während seines Wirkens in Trier eine große Zahl höchst kompetenter junger Forscherinnen und Forscher ausgebildet, mit denen er seine oft bahnbrechenden Studien in bisweilen schwer zugänglichen Feldern durchgeführt hat. Eigentlich versteht man seine Arbeit nur zur Hälfte, wenn man diesen Aspekt nicht berücksichtigt. Er ist in insofern der Initiator einer ganzen Schule von empirischer Sozialforschung geworden, die der Trierer Soziologie nationale und internationale Anerkennung eingetragen hat. Die Trierer Universität hat auch von Eckerts Beteiligung an der akademischen Selbstverwaltung sehr profitiert. So war er ihr als Dekan und Prodekan verbunden. Seine Schüler, Mitarbeiter und Kollegen sind jedenfalls sehr froh, dass die Emeritierung nicht bedeutet, dass er sich aus Forschung und Lehre gänzlich verabschiedet. Im Gegenteil: Es steht zu hoffen, dass der neue Status für ihn eher als Entlastung von lästigen Routinearbeiten und dadurch zur Befreiung zu den Aufgaben wird, die ihn besonders interessieren. Sachgebiet: Gesellschaft, Politik und Recht von: Universität Trier Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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