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In 80 Tagen um die Welt - wie sich Epidemien ausbreiten



Göttinger Max-Planck-Wissenschaftler haben Computermodell zur Vorhersage weltweiter Epidemien entwickelt

(idw) Die weltweite Ausbreitung der Lungenerkrankung SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) hat gezeigt, über welch tödliches Potenzial moderne Infektionskrankheiten in einer global vernetzten, interdependenten Welt verfügen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Strömungsforschung in Göttingen und der Universität Göttingen haben jetzt ein mathematisches Modell vorgestellt, mit dem man die weltweite Verbreitung von Infektionskrankheiten nicht nur beschreiben, sondern auch mithilfe von Computersimulationen voraussagen kann. Das Modell kombiniert die lokale Dynamik der Infektion von Individuen mit dem Transport in einem Netzwerk, das den weltweiten zivilen Luftverkehr nachbildet. Damit gelang bei der Simulation von SARS eine überraschend gute Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Verlauf der Epidemie. Künftig sollte das neue Modell es ermöglichen, sowohl die Ausbreitung neu ausgebrochener Infektionskrankheiten als auch die davon besonders bedrohten Regionen vorher zu sagen. Die Simulationen zeigen, dass nur eine schnelle und konzentrierte Reaktion die Chance bietet, die globale Ausbreitung moderner Epidemien einzudämmen (PNAS, 19. Oktober 2004).

Sachgebiet: Mathematik und Physik, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Ökologie, Verkehr und Transport, Wirtschaft

von: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft



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