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Was den Knochen so stabil macht - Werkstoffe nach dem Vorbild der NaturMit der offiziellen Bildung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe "Biologische Nanowerkstoffe" aus Wissenschaftlern und Studenten der Martin-Luther-Universität werden - nachdem bereits jahrelang auf diesem Gebiet geforscht wird - neue Wege zum nanoskopischen Konstruieren von Werkstoffen nach dem Vorbild der Natur gesucht. (idw) Beim Laufen, Lasten heben, Sport treiben oder tanzen denken die Menschen kaum an die Belastungen, denen ihre Knochen permanent ausgesetzt sind. Wie relativ selten sind die Fälle, in denen das Baumaterial Knochen versagt - sei es durch Überbeanspruchung bei einem Unfall oder durch Erkrankungen bzw. Veränderungen im höheren Lebensalter. Wie werden die herausragenden mechanischen Eigenschaften, die die Stütz- und Schutzfunktionen der Knochen gewährleisten, in der Natur realisiert? Welche Veränderungen der Knochenstruktur sind verantwortlich dafür, dass die Stabilität der Knochen bei Erkrankungen, zum Beispiel bei Osteoporose, so dramatisch abnehmen kann? Jeder kennt den schönen Glanz des Perlmutt", so Arbeitsgruppenleiter Prof. Dr. Goerg H. Michler. "Dieser ist jedoch nur ein hübscher Nebeneffekt einer Struktur, welche die mechanische Integrität der Muschel gewährleistet. Erst im Elektronenmikroskop zeigt sich, dass eine beeindruckende Ordnung und Regelmäßigkeit in der Anordnung der "Baustoffe" vorliegt." "Nun ist gerade eine solche gleichzeitige Steigerung von Steifigkeit, Festigkeit und Zähigkeit von Werkstoffen eine der wesentlichen Herausforderungen an die modernen Materialwissenschaften", weiß der Wissenschaftler. "Derartige synergetische Effekte, wie sie in der Natur seit Jahrmillionen auf eindrucksvolle Weise genutzt werden, könnten zu Werkstoffen mit völlig neuen Eigenschaften führen. Gelänge es, die Wechselwirkungen zwischen Matrix und mineralischem Feststoffanteil zu entschlüsseln und auf die Herstellung polymerer Komposite zu übertragen, ließen sich Nanowerkstoffe von heute unerreichter mechanischer Belastbarkeit und Zähigkeit erzeugen. Solche Werkstoffe eröffneten nicht nur den Zugang zu neuen, hochbelastbaren Implantatmaterialien, sondern auch zu neuen technischen Polymeren für Fahrzeugbau, Luft- und Raumfahrt" und vieles andere mehr." Diesen Herausforderungen - die Aufklärung der eigenschaftsbestimmenden Strukturen des Knochens und der Übertragung solcher Strukturen auf neue Materialien - will sich das Team um Professor Michler stellen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination verschiedener mikro- und nanoanalytischer Techniken, die am Fachbereich Ingenieurwissenschaften, in der Physik und in der Medizinischen Fakultät der Universität etabliert sind: Akustische Rastermikroskopie (SAM) und registrierende Ultramikrohärte (UMH) ermöglichen die Messung mechanischer Eigenschaften (z.B. Elastizitätsmodul) im Mikrometerbereich, während energiefilternde Transmissionselektronenmikroskopie (EFTEM), atmosphärische Rasterelektronenmikroskopie (ESEM) und Rasterkraftmikroskopie (SFM) die Morphologie sowie die mikromechanischen Prozesse der entsprechenden Probenbereiche bis in den Bereich einiger Nanometer erfassen können (Bild 2). Kontakt: Anschrift: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fachbereich Ingenieurwissenschaften D-06099 Halle Sachgebiet: Chemie und Biochemie, Mathematik und Physik, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Werkstoffwissenschaften von: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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