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Universität auf Tour: "Clausthal Flying Science Circus" verbindet Wissenschaft mit Unterhaltung



Die Technische Universität Clausthal geht auf Tournee: Seit dem 5. Oktober - mit der Premiere im Gymnasium Stephaneum im sachsen-anhaltinischen Aschersleben - besucht der "fliegende Wissenschaftszirkus" der Universität Schulen im Umkreis von 100 Kilometern, um Studenten von morgen über die Studienpotenziale der Universität im Harz zu informieren. Nicht trockene Informationen, sondern spannende Vermittlung von Wissen steht im Vordergrund. Mit spektakulären Exponaten und interessanten Vorträgen stellen Wissenschaftler, Mitarbeiter und Studenten ihre Hochschule vor.

(idw) Möglich wird dieses neue Projekt dank der Entscheidung des neuen Präsidenten der TU Clausthal, Professor Dr. Edmund Brandt, die Presse - und Öffentlichkeitsarbeit der Universität sachlich und personell auszuweiten; und so eröffnete Professor Brandt auch die Veranstaltung in Aschersleben.

Rund anderthalb Stunden dauert das Programm des "Clausthal Flying Science Circus": Den Schülerinnen und Schülern wird die Technische Universität erfahrungsorientiert vorgestellt. Der "Flying Science Circus" bietet dabei eine gute Mischung aus Wissensvermittlung und Unterhaltung. Ein "Fakir" ruht auf einem Bett aus 2.440 Nagelspitzen - mit leichter Hand wird die die physikalische Erklärung nachgeliefert, warum es (fast) gar nicht weh tut, so zu schlummern.

Zwei Exponate aus dem "Science Truck" vermitteln einen Einblick in Forschungsprojekte der Universität: Der vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik entwickelte "Photokatalysestand" ermöglicht die Rückwandlung von in der Textilfärbung eingesetzten Wasser zu Brauchwasser. Das an der TU entwickelte Verfahren ist derzeit in der Erprobungsphase in Tunesien und soll den Grundwasserverbrauch in sonnenreichen aber regenarmen Ländern, die viel Wasser für die wirtschaftliche Entwicklung benötigen, reduzieren helfen. Ein zweites Exponat ist das "intelligente Zahnsteinentfernungsgerät", das am Institut für Technische Mechanik in Zusammenarbeit mit Greifswalder Zahnmedizinern und der Dentalunternehmen Sirona entwickelt wird - und in vermutlich anderthalb Jahren einsatzreif sein wird. Das Gerät wird selbständig erkennen, auf welchem Typ der Zahnoberfläche - Zahnschmelz oder Zahnstein - die Nadel sich gerade befindet. Und über den gesunden Zahnbereich wird der Zahnarzt sie nur sanft hinweg gleiten lassen, ist sie aber auf Zahnstein, leuchtet ein Lämpchen auf, der Zahnarzt schaltet auf den Aktivmodus und sie vibriert heftig und der Zahnstein platzt ab - und dass eben auch in Zahntaschen, die der Arzt nicht einsehen kann; so werden Schmerzen während der Zahnsteinentfernung vermindert und Mikrorisse auf gesundem Zahnmaterial vermieden. Prof. Dr. Dietrich Behr berichtete in Aschersleben aus dem Weg der Forschung.

Die hohe Wissenschaft wird - wie schon eingangs beim Fakir - im Wechsel mit einem spielerischen Zugang zu Phänomenen vorgeführt. So führt der Clausthaler Chemieingenieursstudent Daniel Schmidt ein physikalisches Zauberkunststück, den "Gedankenakkumulator" vor: Ein Schüler zieht eine Spielkarte, merkt sich das Symbol, hält sich die Karte verdeckt an die Stirn und allein durch die Konzentration taucht sie, wie von Geisterhand herausgesaugt, auf dem "Gedankenakkumulator" des Magiers auf. Hier sind, mehr sei nicht verraten, zwei Polarisationsfolien des Rätsels naturwissenschaftliche Lösung.

Nach Möglichkeit werden Clausthaler Studenten bei einem Besuch an ihrer alten Schule mit von der Partie sein und aus der studentischen Perspektive berichten - vom ASTA stammt diese gute Idee; beim Besuch in Aschersleben hielt der ehemalige Stephaneer Ingmar Kossak einen Vortrag.

Der "Flying Science Circus" soll im Zwei-Wochen-Takt Schulen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besuchen.

Sachgebiet: Chemie und Biochemie, Informationstechnologie, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Mathematik und Physik

von: Technische Universität Clausthal
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft


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