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Expertentreffen: Psychoanalyse in DeutschlandÜber den aktuellen Stand der Psychoanalyse in Deutschland diskutieren Experten aus der ganzen Bundesrepublik bei einer wissenschaftlichen Tagung am Sonnabend, dem 16. Oktober 2004, im Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. (idw) Die Psychoanalyse ist nicht nur eine Methode zur Diagnostik und Behandlung schwerer psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, sondern darüber hinaus eine komplexe Theorie, die - aus naturwissenschaftlichen Wurzeln stammend - die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften im 20. Jahrhundert entscheidend beeinflusst hat. Während vor allem im angloamerikanischen Raum die Alltagswelt breiter Teile der Bevölkerung durchdrungen ist von dem Versuch der Psychoanalyse, die unbewussten Determinanten des psychischen, sozialen und kulturellen Lebens besser zu verstehen, bleibt das Verhältnis der Deutschen zur Psychoanalyse ein spannungsreiches. "Einerseits ist sie als psychotherapeutische Behandlungsmethode fest etabliert und hat im Westen unserer Republik über Jahrzehnte den Fachdiskurs der Psychotherapeuten dominiert, andererseits weisen die mühsame Reintegration der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in die Internationale Psychoanalytische Vereinigung, die Schwierigkeiten der Verständigung zwischen ost- und westdeutschen Psychoanalytikern nach der Wende, die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen ärztlichen und psychologischen Therapeuten, zwischen Psychoanalytikern und Vertretern tiefenpsychologischer und psychodynamischer Ansätze und nicht zuletzt der Rückgang der Kandidatenzahlen an manchen psychoanalytischen Instituten auf eine Identitätskrise hin", so Professor Jörg Frommer, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, und Gastgeber der Tagung. Diese betrifft zum einen die Identität als Psychoanalytiker generell, zum anderen aber auch das historisch durch Vertreibung und Holocaust belastete Verhältnis zwischen nationaler Identität als Deutscher und psychoanalytischer Identität. Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Problemen und Fragen für das berufliche Selbstverständnis, für klinische Fragen, oder für die Ausbildungssituation? Welche Rolle hatte die deutsche Psychoanalyse im internationalen Diskurs inne, welche spielt sie heute, wie wird die Zukunft aussehen? Dies sind einige der Fragen, die das Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Magdeburg e. V. in Kooperation mit der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in einer Fachtagung am 16. Oktober 2004 in Magdeburg diskutieren werden. Als Mitwirkende sind u. a. geplant: Ulrich Bahrke, Peter Diederichs, Ermuthe Fikentscher, Jörg Frommer, Heinz Hennig, Carl Nedelmann, Hans-Joachim Maaz, Tomas Plänkers, Leon Wurmser. Die Tagung richtet sich nicht nur an Fachpsychotherapeuten, sondern darüber hinaus an Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Sozial- und Geisteswissenschaftler und an die Teile der akademischen Öffentlichkeit, die sich für Psychoanalyse interessieren. Weitere Informationen erteilt: Auszug aus dem Vortragsprogramm: Dr. phil. Tomas Plänkers, Sigmund-Freud-Institut, Frankfurt a. M. Dr. med. Hans-Joachim Maaz, Diakoniewerk Halle Dr. med. Carl Nedelmann, Hamburg Prof. Dr. med. Erdmuthe Fikentscher, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Peter Diederichs, Berlin Dr. med. Ulrich Bahrke, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. med. Jörg Frommer, M.A., Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. med. Léon Wurmser, Towson, MD 21286 Sachgebiet: Medizin und Gesundheitswissenschaften, Psychologie von: Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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