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Mannheimer Sprachwissenschaftler haben Förderprogramm für Migrantenkinder entwickelt(idw) Studierende helfen Migrantenkindern beim Spracherwerb Sprachwissenschaftler der Universität Mannheim haben jetzt Drittmittel in Höhe von 96.000 Euro von der Stiftung Mercator für ein neues Förderprogramm zum Spracherwerb erhalten. Sie können damit bis zu einhundert Migrantenkinder drei Jahre beim Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen begleiten. Der Schwerpunkt der Förderung liegt im Bereich der mündlichen und schriftlichen Sprachproduktion und des Verstehens von Texten in unterschiedlichen Fächern. Wie man heute weiß, scheitert die Bearbeitung mathematischer Textaufgaben oft an semantischen, d.h. sprachlichen Problemen. Seit drei Jahren verfügt die Universität über die Forschungs- und Kontaktstelle Mehrsprachigkeit, ins Leben gerufen durch eine Zielvereinbarung zwischen der Philosophischen Fakultät und dem Rektorat. Auslöser hierfür war die steigende Nachfrage sprachwissenschaftlicher Expertise für den Umgang mit gesellschafts- und bildungspolitischen Herausforderungen der Mehrsprachigkeit. Mannheimer Sprachwissenschaftler befassen sich seit langem mit der Erforschung des Sprachkontakts, der Mehrsprachigkeit und des Spracherwerbs und bemühen sich nun verstärkt um Wissenstransfer in die Praxis. Sie beraten städtische und schulische Einrichtungen sowie den Beirat der Landesstiftung, stellen ihre Forschungsergebnisse in öffentlichen Vorträgen vor und entwickeln konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungschancen von Migrantenkindern. In einem ersten Schritt wurden Weiterbildungsveranstaltungen und Supervisionsangebote für Erzieher und Lehrer entwickelt, die in das Programm von Jugend- und Schulämtern Eingang gefunden haben und in ganz Baden-Württemberg nachgefragt werden. Darüber hinaus wurden mehrere Förderkonzepte für den Erwerb des Deutschen als Zweitsprache entwickelt und pilotiert. In einem von Prof. Rosemarie Tracy konzipierten Immersionsprogramm wurden in mehreren Mannheimer Kindertagesstätten ein Jahr lang drei- bis vierjährige Migrantenkinder ohne Deutschkenntnisse mit Hilfe von Studierenden gefördert. In einer zweiten Initiative wurde in enger Kooperation mit Dr. Inken Keim (IDS Mannheim) an vier Mannheimer Grundschulen ein Förderprojekt für Erstklässler mit Migrationshintergund ins Leben gerufen. "Mit Hilfe von Studierenden können wir vielen Migrantenkindern den Weg zu einer bessern Bildung ermöglichen", erklärt Prof. Dr. Rosemarie Tracy vom Anglistischen Seminar. Durch die Reform deutscher Bildungssysteme zeichnen sich viel versprechende neue Tätigkeitsfelder für Geisteswissenschaftler ab, insbesondere, wenn sie selbst mehrsprachig sind. Weitere Informationen: Sachgebiet: Gesellschaft, Pädagogik, Sprache und Literatur von: Universität Mannheim Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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