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Denkweise und Methoden der Evidence-Based Medicine(idw) Denkweise und Methoden der Evidence-Based Medicine (EBM) Mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Sozialordnung findet in der Römervilla in Neu-Ulm vom 8.-10. Oktober 2004 eine internationale Expertentagung zur "Bewertung des Nutzens der akademischen Lehre am Beispiel der Evidence-based Medicine" statt. In der Medizin ist seit einigen Jahren eine lebhafte Diskussion über die Denkweise und Methoden der Evidence-Based Medicine (EBM) entstanden. Die EBM unterscheidet sich vom bisherigen Vorgehen in der Medizin durch drei wesentliche Punkte: Sie hinterfragt kritisch, ob Aussagen in der Medizin nur auf Meinungen beruhen oder durch gemessene Ergebnisse (evidence) belegt sind; ob die gemessenen Ergebnisse tatsächlich das bestätigen, was mit ihnen bestätigt werden soll (Validität); und ob die bestätigten Ergebnisse für die Patienten Bedeutung haben (klinische Relevanz). Die Befürworter der EBM - darunter auch der Gesetzgeber - fordern, daß die Prinzipien der EBM anzuwenden sind, wenn Gesundheitsleistungen erbracht werden sollen. Die Gegner der EBM befürchten, daß die ärztliche Entscheidungsfreiheit (eine der wesentlichen Funktionen des Arztes) durch Einführung der EBM verlorengeht und EBM zur Erzwingung von Einsparungen mißbraucht wird. Die Kritiker sehen nur die potentiellen Nachteile, aber nicht, daß die Anwendung der EBM immer eine ärztliche Entscheidung erfordert und der Arzt, der die Prinzipien der EBM anwendet, folglich Entscheidungsfreiheit gewinnt. An vielen der führenden amerikanischen Medical Schools wird EBM inzwischen in den Unterricht integriert. Die Mehrzahl der medizinischen Fakultäten in Europa hingegen verhält sich noch zurückhaltend. Um die Akzeptanz der EBM zu fördern, hat eine Gruppe von Wissenschaftlern aus sieben Ländern im September 2003 auf einer Tagung in Palermo ein System ins Auge gefaßt, mit dem der Nutzen des EBM-Unterrichts nachgewiesen werden kann. In Ulm werden der aktuelle Stand der Entwicklung und die weiteren Schritte besprochen. Prof. Dr. Franz Porzsolt, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Ökonomik der Universität Ulm und Organisator der Tagung, führt in das Thema mit einer Pressekonferenz ein, die am Mittwoch, dem 6. Oktober 2004, 13.00 Uhr stattfindet. Die Vertreter der Medien sind dazu herzlich eingeladen. Sachgebiet: Medizin und Gesundheitswissenschaften von: Universität Ulm Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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