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Dritter Tag des 45. Deutschen HistorikertagsNeue Sichtweisen auf "alte" Ereignisse? (idw) Bei den 24 Sektionen, die am 17.9.2004 auf dem 45. Deutschen Historikertag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gehalten werden, erwartet der ausrichtende Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands besonderen Zulauf bei zwei Sektionen, die traditionelle Sichtweisen in Frage stellen. Vor gut einem Jahr beherrschte das Schlagwort des "Alten Europa" die Politik - vor drei Jahren ereignete sich der schlimmste Terroranschlag, der weltweit jemals ausgeführt wurde. Sind die jüngsten Entwicklungen des Terrorismus ein Resultat des Umbruchs von 1989?, so wird Prof. Wilfried Loth (Duisburg) zu Beginn seiner Sektion des 45. Deutschen Historikertags fragen, die von 9 bis 13 Uhr abgehalten wird. Sechs Referenten wollen sich dann dieser für die aktuelle Politik ebenso wie für die Zeitgeschichte wichtigen Frage von unterschiedlichen Regionen her nähern. Sie werden beispielsweise analysieren, ob sich die USA und Europa tatsächlich auseinander entwickeln und ob die Länder Osteuropas, vier davon sind Partnerländer des Historikertags, tatsächlich nach Europa zurückkehren oder ob sie nicht eine völlig neue und eigenständige Entwicklung einschlagen. Ist die arabische Welt in die Staatengemeinschaft integriert oder ist sie nicht vielmehr isoliert? Und ist nicht tatsächlich weltweit die politisch stabilste Region Ostasien? So lauten die Titel von zwei weiteren Referaten. Zum Abschluss wird nach den "neuen" Kriegen gefragt, von denen wir seit 1989 viele gesehen haben. Stehen diese mit den "alten" Instrumentarien des Kalten Kriegs in unmittelbarem Zusammenhang? Was ist eigenartig deutsch an der Debatte über Sexualität und der neuen Freizügigkeit im sozialen Leben der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland, und was gab es auch anderswo in der westlichen Welt? Wie wichtig war die "Bild-Zeitung" wirklich in den sechziger Jahren? In welchem Verhältnis standen das Thema der Vernichtung des europäischen Judentums und der allgegenwärtige Faschismusvorwurf in den "68ern"? Sorgten nicht die Medien ebenso wie die explodierende Konsumgüterindustrie dafür, dass die Hippies und andere zunächst als Gegenbewegung angelegte Jugendkulturen sehr schnell von der Gesellschaft vereinnahmt wurden, indem beispielsweise Modeelemente als "trendy" aufgegriffen und massenhaft verbreitet wurden? Gab es also vielleicht gar keine Zäsur im Jahr 1968? Diese und ähnliche Fragen stehen im Zentrum der Sektion von Detlef Siegfried (Hamburg) und Christina v. Hodenberg (Berkeley), die von 15 bis 18 Uhr im Audimax der Christian-Albrechts-Universität abgehalten wird. Organisationsbüro 45. Historikertag Sachgebiet: Geschichte von: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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