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Strom, der auf dem Acker wächst - 1. Hohenheimer Energiepflanzentag zum Boom in der Biogasbranche



Pressekonferenz und Tagung
am 18. September 2004, 12:00 Uhr, Raum B1, Biogebäude, Garbenstraße 30

Strom und Wärme aus Mais und anderen Energiepflanzen: Seit 1. August garantiert das Erneuerbare-Energiengesetz (EEG) den Betreibern von Biogasanlagen, die mit Nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden, knapp 20 Cent pro Kilowattstunde - und das für die nächsten 20 Jahre. Ein Preis, bei dem es sich erstmals lohnt, speziellen Mais und andere Pflanzenarten zur Energieerzeugung anzubauen - wobei die Anbauflächen bei derzeitigem Ertragspotenzial bald knapp werden könnten. Neue Sorten, neue Techniken, nachhaltige Anbauverfahren, wirtschaftliche und umweltpolitische Fragen behandelt der öffentliche 1. Hohenheimer Energiepflanzentag am 18. September - und präsentiert neue Energiesorten bereits auf dem Versuchsgelände der Universität.

(idw) Ein Jahr lang kann ein Hektar Mais Glühbirnen, Waschmaschinen und Homecomputer von fünf Haushalten antreiben - und außerdem noch Wärme produzieren. Dabei wird Biomasse in Tanks zu Biogas vergoren aus dem Strom erzeugt wird. "Bis zu zehn Prozent des Energiebedarfs könnten in Deutschland mit Biomasse auf ökologische Art und Weise gedeckt werden" rechnet Dr. Dirk Kauter vom Institut für Pflanzenbau und Grünland der Universität Hohenheim.

Als starker Biomasse-Produzent gilt vor allem Mais als viel versprechender Energieträger der Boombranche. Züchter gehen davon aus, in wenigen Jahren Erträge von 30 Tonnen Trockenmasse zu erreichen, was dem Energiegehalt von etwa 13 000 Litern Heizöl entspricht. In der Praxis stößt der intensive Maisanbau jedoch an Grenzen: Die Pflanze hat einen hohen Bedarf an Wasser, Nährstoffen und Wärme. Auch Umweltschützer sind kritisch: als ökologisch vertretbar gilt der Strom vom Acker vor allem dann, wenn Mais und andere Pflanzen sich in der Fruchtfolge abwechseln. Für Züchter stellen Energiepflanzen eine neue Herausforderung dar.

Die Hohenheimer Forschungsarbeiten zu nachwachsenden Energieträgern kombinieren deshalb die Expertise aus Pflanzenbau, landwirtschaftlichem Maschinenbau und Gärungstechnologie. Ziel ist es, mit ausgeklügelten Fruchtfolgen von Energiepflanzen nachhaltig hohe Energieerträge als Biogas oder auch als Bioethanol zu verwirklichen. Auf dem 1. Hohenheimer Energiepflanzentag stellen Hohenheimer Wissenschaftler und externe Referenten die aktuellen Entwicklungen dar. Gefördert werden die Forschungen durch die Landesstiftung Baden-Württemberg.

Ein Programm der Tagung finden Sie unter
http://www.uni-hohenheim.de/pflanzenbau/aktuell/hohenheimermaistag/Flyer_Maistag.pdf

Kontaktadresse für Rückfragen (nicht zur Veröffentlichung):
Dr. Dirk Kauter
Institut für Pflanzenbau und Grünland, Universität Hohenheim, 70593 Stuttgart
Telefon: 0711/459-2372, Telefax: 0711/459-4344, E-Mail: kauter@uni-hohenheim.de

Sachgebiet: Biologie und Biotechnologie, Elektro- und Energietechnik, Land- und Forstwirtschaft, Ökologie

von: Universität Hohenheim
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft


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