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Heidelberger Akademie der Wissenschaften lädt zum "Tag des offenen Denkmals ein"Fünf geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte stellen sich vor - Zwei Führungen auch durch die Beletage des Großherzoglichen Palais (idw) Am "Tag des offenen Denkmals" (12. September 2004) lädt die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Landesakademie Baden-Württembergs, alle Interessierten von 10.00 bis 17.00 Uhr zur Besichtigung des ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Großherzoglichen Palais am Karlsplatz ein. Der Sitz der Akademie der Wissenschaften ist ein typischer Adelshof der Barockzeit. Die fast vollständig erhaltene Gesamtanlage, die detailreiche Ausführung der Gebäudearchitektur und die gepflegte Innenausstattung machen das Haus zu einem der bedeutendsten Baudenkmäler des 18. Jahrhunderts in Heidelberg. Aufgrund seiner privilegierten Lage unmittelbar unterhalb des Schlosses blieb das Grundstück stets im Besitz führender Persönlichkeiten des kurfürstlichen Hofes. Nach der Zerstörung Heidelbergs im Orléans'schen Krieg (1689 - 93) begann man um 1710 mit dem Bau des Stadtpalais' für den Geheimen Regierungsrat und Kameraloberamtmann Carl Philipp Freiherr von Hundheim. Der Bautypus ist der eines beidseitig in die Straßenfront eingebundenen Wohngebäudes mit Durchfahrt zum dahinterliegenden Hof und Terrassengarten. Das Palais unterscheidet sich in seiner großzügigen Anlage und stilistischen Eleganz deutlich von den übrigen Heidelberger Adelshöfen jener Zeit und verrät in bezug auf die Grundrißeinteilung und das Formenrepertoire die Hand eines auf der Höhe seiner Zeit stehenden Architekten französischer Schulung (Louis Rémy de La Fosse). Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften unterhält derzeit 24 Forschungsstellen, in denen rund 190 Mitarbeiter, überwiegend Wissenschaftler, beschäftigt sind. Folgende geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte werden sich am "Tag des offenen Denkmals" vorstellen: Deutsches Rechtswörterbuch Das Deutsche Rechtswörterbuch arbeitet die gesamte deutsche Rechtssprache im weitesten Sinne von den germanischen Anfängen bis ins 19. Jahrhundert auf. Es stützt sich dabei auf ein Archiv von nicht weniger als 2,5 Millionen Belegen. Diese Texte werden innerhalb einer Datenbank ausgewertet und sind in digitalisierter Form im Internet frei verfügbar. Deutsche Inschriften Aufgabe der Forschungsstelle ist die Erfassung und kommentierte Edition der lateinischen und deutschsprachigen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zum Jahr 1650 in Baden-Württemberg. Angesichts der Bedrohung vieler Inschriftenträger durch Umwelteinflüsse ist die systematische Erfassung und fotografische Dokumentation eine dringliche und Kulturgut bewahrende Aufgabe. Evangelische Kirchenordnungen In den Gebieten, die sich der evangelischen Lehre zuwandten, war die kirchliche Neuordnung eine Aufgabe der jeweiligen Obrigkeit. Landesherr oder städtischer Magistrat hatten für die Umsetzung der neuen Lehre zu sorgen. Zu diesem Zweck erließen sie Ordnungen, die das kirchliche Leben entsprechend den Grundsätzen der neuen Lehre regelten. Durch ihre rasche Verbreitung übten diese Kirchenordnungen einen großen Einfluß auf die Lebenswelt und Glaubensvorstellung der Bevölkerung vom 16. bis ins 19. Jahrhundert aus. Europa Humanistica Erarbeitet wird ein wissenschaftliches Nachschlagewerk, das für den Zeitraum zwischen 1500 und 1630 den Gesamtbereich der literarischen Rezeptionsgeschichte der Antike und des Mittelalters erfaßt. Die Texte werden nicht nur kommentiert, sondern auch durch biographische Porträts und den möglichst kompletten Nachweis der Forschungsliteratur ergänzt. Das Forschungsvorhaben ist Teil eines europäischen Verbundprojekts in Zusammenarbeit mit dem Pariser Centre Nationale de la Recherche Scientifique. Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten deutsche Archäologen Ausgrabungen in Assur, der im heutigen Nordirak gelegenen Hauptstadt des assyrischen Reiches, durch. Dabei fanden sie in den Ruinen der 614 v.Chr. vollständig zerstörten Stadt mehr als 4500 Tontafeln und Fragmente von im weitesten Sinne literarischen Keilschrifttexten. Neben Epen, mythischen Erzählungen und Weisheitstexten blieben auch zahlreiche historische Inschriften erhalten. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die antiken Texte zur Gänze zu rekonstruieren, sie zu entziffern und sie mit einem Kommentar versehen zu übersetzen. Besucher können sich ihren Namen in 3000 Jahre alter Keilschrift auf Täfelchen schreiben lassen und diese zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Rückfragen bitte an: Dr. Johannes Schnurr oder Gunther Jost Sachgebiet: Geschichte, Gesellschaft, Politik und Recht, Religion und Philosophie, Sprache und Literatur von: Heidelberger Akademie der Wissenschaften Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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