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Vollständig implantierbares Hörsystem weltweit erstmals implantiertWeltweit erste Implantation (idw) In der Ausgabe vom 28.11.1998 des Ärztemagazins "Lancet" werden Ärzte und Wissenschaftler der Universität Tübingen mitteilen, weltweit erstmalig vollständig implantierbare Hörsysteme bei Kranken mit einer Innenohrschwerhörigkeit eingesetzt zu haben. Für die Mehrzahl der Innenohrschwerhörigen kann selbst mit modernster Hörgerätetechnik keine die Patienten zufriedenstellende Hörrehabilitation erzielt werden. Für diese große Zahl von Betroffenen ohne adäquate Versorgung sind teilimplantierbare Hörgeräte entwickelt worden, die konventionellen Hörgeräten besonders bei Klangtreue und Sprachverständlichkeit deutlich überlegen sein können. Allerdings können sie den Kranken durch außen an Kopf oder Körper zu tragende Teile stigmatisieren. Auch nutzen sie die Störschallunterdrückung sowie die auditorische Raumorientierung mittels des äußeren Gehörgangs noch nicht aus. An der Universitäts-Hals-Nasen- und Ohrenklinik Tübingen ist jetzt die erste Implantation eines neuartigen, vollständig implantierbaren Hörsystems (TICAâ LZ 3001) bei Innenohrschwerhörigen gelungen. Das Gerät nimmt den Schall über ein trommelfellnahes Mikrophon durch die intakte Gehörgangshaut auf. Ein retroaurikulär subkutan (unter der Haut) implantierter, mehrkanaliger digital programmierbarer Audioprozessor verarbeitet das Signal und gibt es über einen piezoelektronischen Wandler im Mastoid an den Amboßkörper des Ohres weiter. Die dafür nötige Energie wird durch eine implantierbare und wiederaufladbare Batterie bereitgestellt. Patienten, die ein derartiges vollimplantiertes Hörgerät haben, können z.B. abends beim Fernsehen diese Batterie drahtlos von außen aufladen. Für Nichteingeweihte sieht das dann so ähnlich aus, als ob der Patient einen Walkman trüge. Zur Bedienung steht dem Patienten eine kleine, drahtlose Fernbedienung zur Verfügung, mit der Lautstärke, Ein/Aus sowie 4 Hörprogramme für unterschiedliche Hörsituationen eingestellt werden können. Implantierte Patienten empfinden das Gehörte als verzerrungsfrei und transparent. Sie verstehen Sprache und empfinden Musik besser als ohne Implantat. Insbesondere im Störlärm kann zum Teil ein erheblich verbessertes Sprachverständnis erreicht werden. Weitere Technische Informationen zum implantierten Hörsystem Ansprechpartner für nähere Informationen: Sachgebiet: Medizin und Gesundheitswissenschaften von: Universitätsklinikum Tübingen Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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