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Reformen in DeutschlandNeue Ringvorlesung der Universität startet mit Vortrag von Peter Glotz (idw) Die siebte öffentliche Ringvorlesung der Universität Erfurt widmet sich im Wintersemester 2003/ 2004 dem Thema, das die Regierenden und die Regierten in diesen Monaten am stärksten beschäftigt: "Reformen in Deutschland". "Ein halbes Jahrhundert lang haben die immer lückenloser ausgebauten sozialen Sicherungssysteme im Zusammenwirken mit dem Steuer- und Tarifrecht den Lebensstandard der Deutschen gemehrt und ihre Sicherheit gegen alle Wechselfälle des Lebens perfektioniert", stellt Dr. Wolfgang Bergsdorf, Politikwissenschaftler und Präsident der Universität Erfurt zum Auftakt der Ringvorlesung fest. Auch ohne die finanziellen Lasten, die die Wiedervereinigung zur Folge hatte, sei es in den 90er Jahren immer deutlicher geworden, dass alle Versicherungssysteme und staatlichen Transferleistungen auf den Prüfstand gestellt werden müssten, um "ihre Aufgaben zukunftsfest" zu machen. Mittlerweile sei die theoretische Einsicht in eine umfassende Reformnotwendigkeit bei der überwiegenden Mehrheit der Deutschen angekommen, so dass die Regierung Schröder dies als eine grundlegende Voraussetzung nutzen könne, um den Umbau des Staates voranzutreiben: "Denn nichts bedarf so sehr der Reform wie die (Denk)-gewohnheiten der Menschen", wie es Mark Twain in "Querkopf Wilsons Kalender" beschreibt. Jetzt komme alles auf den Prüfstand: Steuersystem, Subventionen, Flächentarifverträge, die Finanzbeziehung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, der Föderalismus insgesamt, alle sozialen Sicherungssysteme, "also alle Themen, die Bundespräsident Roman Herzog schon 1997 in seiner Berliner Ruckrede vorgetragen hatte". Der Auftaktredner Prof. Dr. Peter Glotz hat sich in den letzten Jahren vor allem dem Thema Hochschulreform ("Im Kern verrottet? Fünf vor zwölf an Deutschlands Universitäten"; 1996; DVA Stuttgart) gewidmet und versucht, diese als Gründungsrektor in Erfurt in die Praxis umzusetzen. Zuvor arbeitete er viele Jahre lang in wichtigen politischen Funktionen, so als Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Senator für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin und Bundesgeschäftsführer der SPD. Der Kommunikationswissenschaftler war von 1996 bis 1999 Gründungsrektor der Universität Erfurt. Heute lehrt er an der Universität St. Gallen. Sachgebiet: Gesellschaft, Medien und Kommunikation, Politik und Recht, Wirtschaft von: Universität Erfurt Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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