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Wie Tübinger Forscher versuchen, Immunreaktionen vorherzusagen(Die Originalarbeit wird diese Woche veröffentlicht in "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), USA, einer der führenden naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften Amerikas) (idw) Den Zellen in den Hals geschaut - Die Originalarbeit wird diese Woche veröffentlicht in "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), USA, einer der führenden naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften Amerikas: Um diese Jahreszeit ein altbekanntes Bild: Der Hausarzt leuchtet einem Patienten in den Hals, um eine Infektion ausfindig zu machen. Auch Immunzellen (T-Zellen) "schauen" in die Zellen des Körpers hinein, um ihre "Gesundheit" zu prüfen. Sie erfassen dabei gesunde bzw. krankheitsbedingt veränderte Zellen (z.B. nach einer Virusinfektion) über Wechselwirkungen von Zelloberflächenmolekülen. Wenn Wissenschaftler eine Immunreaktion, z.B. gegen ein Virus, vorhersagen wollen, prüfen sie, welche Peptide aus viralen Proteinen theoretisch auf MHC-Molekülen binden und damit präsentiert werden können. Diese Vorhersagen sind möglich, weil Peptide ganz bestimmte Eigenschaften aufweisen müssen, um an MHC-Moleküle zu binden. Diese Methode ist aber aufwendig und nicht immer von Erfolg gekrönt. Mitarbeitern von Prof. Hans-Georg Rammensee aus der Abteilung Immunologie des Interfakultären Instituts für Zellbiologie der Universität Tübingen ist es nun in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart und dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried gelungen, den Weg für eine bessere Vorhersage von Immunreaktionen zu bereiten. Sie untersuchten dazu das Proteasom, eine faßförmige intrazelluläre "Häckselmaschine" (Protease), die Eiweiße in der Zelle zu Peptiden zerschneidet. Eine statistische Auswertung der Schnittstellen ergab, daß das Proteasom nur an ganz bestimmten Stellen des Eiweißes schnitt. Vorläufige Ergebnisse mit weiteren Eiweißen lassen vermuten, daß die Schnittpräferenz des Proteasoms ("Schnittmotiv") allgemeingültige Komponenten enthält. Diese werden nun in Zusammenarbeit mit Prof. Dietz vom Institut für Medizinische Biometrie und Prof. Hadeler von der Biomathematik in Computerprogrammen simuliert und auf neue Eiweiße angewendet. Als nächstes sollen die Versuche auf menschliche Proteasomen, die dem Hefe-Proteasom sehr ähnlich sind, ausgedehnt werden. Außerdem soll untersucht werden, ob Proteasomen Eiweiße in Zellen tatsächlich genauso zerschneiden wie im Reagenzglas. Erstautor der Publikation und Verfasser des obigen populärwissenschaftlichen Beitrags ist der Doktorand und Graduiertenstipendiat Alexander Nußbaum. Ansprechpartner für nähere Informationen: Sachgebiet: Biologie und Biotechnologie, Chemie und Biochemie, Medizin und Gesundheitswissenschaften von: Universitätsklinikum Tübingen Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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