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Neue Forschungsansätze zum Bodenschutz in Europa(idw) Das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften präsentiert sich in Brüssel Im Rahmen der Veranstaltung "Chancen der Forschung", die das Land Baden-Württemberg am heutigen 20. Juni und morgen bei der Europäischen Kommission in Brüssel durchführt, stellt das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften (ZAG) der Universität Tübingen aktuelle Forschungsaktivitäten zum Thema "Integrierter Boden- und Grundwasserschutz in Europa" vor. Bodenschutz soll nach einer Presseverlautbarung der EC vom 25. Mai 2002 in den nächsten Jahren denselben Stellenwert bekommen wie der Schutz der Luft und der Gewässer. Boden wird in der Öffentlichkeit bisher kaum als schutzwürdig wahrgenommen, obwohl es sich hier selbst in Deutschland um eine rasch schwindende Resource handelt (man nimmt an, dass in Deutschland pro Tag eine Freifläche so groß wie ca. 170 Fußballfelder mit Siedlungen, Straßen und Gewerbegebieten überbaut wird und damit die natürlichen Bodenfunktionen verloren gehen). Ziele laufender sowie angestrebter Forschungsaktivitäten am ZAG sind das rechtzeitige Erkennen möglicher Probleme durch Schadstoffanreicherungen im Boden, der Transport und Abbau von Schadstoffen in Böden, die daran gekoppelte Gefahrenbeurteilung für das Grundwasser sowie die Entwicklung schneller Analyseverfahren zur Schadstoffanalyse und zur Überwachung der Effizienz von Maßnahmen zur Verminderung von Schadstoffemissionen. Böden sind im Wasserkreislauf das zentrale Bindeglied zwischen Erdoberfläche und Untergrund (Grundwasser). Der Schutz von Böden vor Verunreinigungen ist daher nicht nur für Böden selbst wichtig sondern auch für das Bodenwasser, welches zur Bildung des Grundwassers beiträgt. Jede Interaktion zwischen Boden und Wasser bestimmt letztendlich die Qualität des Grundwassers, der Flüsse und Seen und nicht zuletzt auch des Trinkwassers. Eine große Herausforderung hinsichtlich eines europaweiten Bodenschutzes stellt die weiträumige diffuse Verunreinigung von Böden dar. Diese wird durch flächige Ausbringung von schadstoffhaltiger Materialien z.B. auslandwirtschaftlichen Aktivitäten oder durch atmosphärische Deposition aus Industrie und Verkehr verursacht. Ein Hauptproblem ist dabei die langsame und unvermeidbare Anreicherung persistenter Schadstoffe in Oberböden, die nicht mehr oder nur sehr langsam umkehrbar ist. Böden haben also ein sehr langes "Gedächtnis" (mehrere Generationen bis viele Jahrhunderte). Für Nachfragen: Prof. Dr. Peter Grathwohl Dr. Dietrich Halm Sachgebiet: Chemie und Biochemie, Geowissenschaften, Ökologie von: Eberhard-Karls-Universität Tübingen Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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