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SPERRFRIST: 19. Juni 2000, 8.00 Uhr, CET, Neue Kombinations-Therapie fuer HIV-InfizierteBonner Forscher erzielen bei Patienten sehr gute Blut-Werte (idw) Die Studie zeigt, dass der Virusgehalt im Blut der Betroffenen sinkt und die T-4-Lymphozyten, das sind die vom Virus angegriffenen Blutzellen des Immunsystems, wieder ansteigen. Eine Heilung der toedlich verlaufenden Immunschwaeche-Krankheit ist diese Kombinations-Therapie nicht - aber sie steigert die Lebenserwartung und sie Rund 33 Millionen Menschen sind nach Schaetzungen der Dr. Juergen Rockstroh und seine Kollegen der Medizinischen Universitaets-Klinik I in Bonn stellen nun eine Kombinations-Therapie aus vier Medikamenten vor, die den Betroffenen eine hoehere Flexibilitaet schenkt. Statt drei Mal taeglich, mit Diaetvorschriften und erhoehter "Die Kombination von Ritonavir und Indinavir zu je 400 Milligramm plus zwei Nukleosid-Wirkstoffen hat eine sehr gute Unterdrueckung der Viren gezeigt und zudem haben sich die T-4-Lymphozyten im Blut der Patienten erholt", freut sich Dr. Rockstroh. In nur 24 Wochen sanken die im Blut nachweisbaren Kopien des Virus-Erbguts von durchschnittlich 220.000 pro Milliliter Blut auf unter 500. Die fuer das Immunsystem wichtigen T-4-Lymphozyten erholten sich im Gegenzug von durchschnittlich 189 pro Mikroliter auf knapp 400. Bei gesunden Menschen liegt dieser Wert z.B. bei 500. Die seit 1996 verfuegbaren Kombinations-Therapien fuer HIV-Infizierte waren bisher kompliziert und oft nicht durchzuhalten. Daher brachen viele Patienten die Therapie ab oder sie versagte aufgrund ungenauer Einnahmezeiten. In der Studie untersuchten Dr. Rockstroh und seine Kollegen 90 Patienten, die bisher noch nie mit antiviralen Medikamenten behandelt worden waren. Bei 86,7% der Patienten sank der nachweisbare Anteil des Viren-Erbguts innerhalb von 24 Wochen von 220.000 Kopien auf unter 500 und bei 71,1% sogar auf unter 80 pro Milliliter. "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass diese Kombination mit einem Rhythmus von zwei Mal taeglicher Einnahme sehr gut funktioniert," kommentiert Dr. Rockstroh die Ergebnisse. "Zudem haben wir festgestellt, dass im weiteren Verlauf der Therapie - also nach den 24 Wochen - die Unterdrueckung der Viren weiterhin bestehen bleibt und die T-4-Lymphozyten sich noch weiter erholen koennen." Das Forscherteam stellte darueber hinaus fest, dass die Medikamente von den Patienten gut vertragen wurden - lediglich leichter Durchfall und Schwindel sowie erhoehte Blutfett-Werte waren zu verzeichnen. Im Gegensatz zu anderen Therapien wurden beispielsweise keine Nierensteine oder erhoehte Werte des Eiweiss-Stoffwechselprodukts Kreatinin festgestellt. Dr. Rockstroh fasst zusammen: "Schon vorangegangene Studien zeigten, dass der Wirkstoff Ritonavir in Kombination mit einem weiteren Protease-Hemmer die Wirksamkeit des zweiten Medikaments verstaerkt, die Medikamentendosis insgesamt reduziert und zudem eine angenehmere Einnahme Praxis zulaesst. Diese Vorteile verstaerken den Langzeiterfolg fuer die Patienten." Die Zahlen der Studie geben der positiven Prognose Rockstrohs recht: Waehrend der Studie brachen nur 5,5% der Patienten die Therapie ab. Ansprechpartner: Priv.Doz. Dr. Juergen Rockstroh, Tel: (0228) 287 5284, e-mail: rockstroh@uni-bonn.de Sachgebiet: Medizin und Gesundheitswissenschaften, Gesellschaft von: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Quelle: Informationsdienst Wissenschaft | ||||||||||
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